Über uns

Seit 1925 verbindet unser Chor in St. Marein Tradition, Gemeinschaft und die Freude am Singen. Von großen Konzerten über internationale Reisen bis hin zu modernen Chorprojekten – unsere Geschichte ist voller Leidenschaft und musikalischer Erlebnissen.

1925-1937

Am 1. Juni 1925 fand die konstituierende Sitzung des Männergesangsvereins St. Marein im Mürztal statt und legte damit den Grundstein für das gemeinsame Singen und Vereinsleben. Bereits am 31. Juni 1926 wurde eine Liedertafel gegründet und das erste Vereinsfoto angefertigt – ein besonderes Zeugnis dieser frühen Zeit. 

Der 27. September 1930 brachte ein weiteres Highlight: den ersten Autobusausflug nach Schottwien, wo die Sänger eine befreundete Liedertafel besuchten. Am 6. August 1932 folgte die Anschaffung einer eigenen Vereinsfahne, die schließlich am 2. Juli 1933 feierlich geweiht wurde. Im selben Jahr übernahm der Sägewerksbesitzer Adolf Mattner das Amt des Obmannes. 

Ein besonderer Höhepunkt der Vorkriegsjahre war die Sängerfahrt am 15. August 1937 zum Deutschen Sängerbundesfest nach Breslau – ein Ereignis, das allen Teilnehmern unvergesslich blieb. 

1940-1950

Zwischen 1940 und 1946 ruhte die Vereinstätigkeit, da ein Großteil der Mitglieder zur Wehrmacht eingezogen wurde. In dieser schweren Zeit gingen sämtliche Unterlagen sowie auch die Vereinsfahne verloren.

Am 15. Dezember 1947 erfolgte nach zwei entbehrungsreichen Nachkriegsjahren die Wiederaufnahme des Singbetriebes. Nur kurze Zeit später, am 10. Juli 1949, erhielt der Verein als Ersatz die aus Jugoslawien gerettete Luttenberger Fahne, die so lange treu ihren Dienst tat, bis wieder eine eigene Fahne angeschafft werden konnte.

Ein neuer Abschnitt begann am 8. Dezember 1950, als nach 25 Jahren reiner Männergemeinschaft ein Frauenchor gegründet wurde. Von nun an führte der Verein den Namen Männergesangsverein mit angeschlossenem Frauenchor – ein wichtiger Schritt in Richtung einer erweiterten und lebendigeren Chorgemeinschaft.

1950-1960

Ab 1950 entwickelte sich zudem eine neue Tradition: Über viele Jahrzehnte hinweg organisierte der Chor am Faschingdienstag einen beliebten Maskenball, der sich fest im gesellschaftlichen Leben von St. Marein etablierte. Im Jahr 1951 kam es zur Gründung eines Salonorchesters, wofür eigens zahlreiche Instrumente wie Klavier, Bassgeige, Trommel, Cello, Klarinette, Schlagzeug und Harmonium angeschafft wurden. Ebenfalls in den Jahren 1950/51 erreichte der Verein eine beachtliche Mitgliederzahl von 44 Damen und 63 Herren.

Ab 1955 begann eine rege Reisetätigkeit des gemischten Chores ins Ausland – zunächst nach Südtirol, später vorwiegend nach Deutschland. Dort traf man sich mit zahlreichen befreundeten Chören, etwa in Guntersblum am Rhein, Bad Cannstatt bei Stuttgart, München oder Krefeld-Ürdingen, um gemeinsam Konzerte zu gestalten. Viele dieser Kontakte führten in der Folge zu Gegenbesuchen und Konzerten in St. Marein.

Ebenso nahm der Chor in den folgenden Jahrzehnten regelmäßig an Bezirks-Singen im Bezirk Bruck an der Mur sowie an Sängerbundesfesten in ganz Österreich teil.

1960-1970

Ein besonderes Ereignis stellte der 7. Juli 1960 dar: die feierliche Weihe der neuen Vereinsfahne im Rahmen eines Bezirks-Singens. Gleichzeitig wurde die Luttenberger Fahne, die den Verein über Jahre hinweg begleitet hatte, feierlich zurückgegeben. 

Am 15. August 1961 konnte schließlich das neue Sängerheim des MGV feierlich eingeweiht werden. Es war auf Initiative des damaligen Obmannes Adolf Allinger entstanden und wurde von den Sängern selbst mit viel Eigenleistung errichtet. Es befand sich neben dem alten Pfarrkindergarten. 

Der Verein entwickelte sich weiter: Am 10. Jänner 1965 wurde unter der Leitung von Oberlehrer Karl Traxler ein Kinderchor gegründet. Bereits im selben Jahr unternahmen die 40 Mädchen und Knaben des Chores eine Reise an den Rhein, wo sie gemeinsam mit dem Guntersblumer Kinderchor auftraten. Im Folgejahr erfolgte der Gegenbesuch in St. Marein. Ein Höhe-Punkt dieser Nachwuchs-Arbeit war der 23. Mai 1968, als der Kinderchor beim Österreichischen Jugendsingen den ersten Preis ersang – ein großer Erfolg für die jungen Sängerinnen und Sänger wie auch für den gesamten Verein.  

1990-2000

Ab den 1990er-Jahren erlebte der Chor eine neuerliche Blütezeit der Reise-tätigkeit. Beliebte Ziele waren vor allem Friaul, die Heimat des berühmten Prosecco, sowie Venetien. Dort wurden enge Kontakte zu lokalen Chören geknüpft, mit denen gemeinsame Konzerte veranstaltet wurden. Diese Partnerschaften führten wiederum dazu, dass viele der italienischen Chöre auch nach St. Marein eingeladen wurden und so wertvolle kulturelle Begegnungen entstanden. Später erweiterten sich die Reiseziele auf Länder wie Ungarn, Tschechien und die Slowakei, wodurch der Chor seinen internationalen Austausch noch intensivierte. Ein ganz besonderer Höhepunkt war im Juni 1992 die Sängerreise gemeinsam mit dem Bezirkslehrerchor unter der Leitung von Oberschulrat Herta Reitner nach Philadelphia zum Philadelphia Choral Music Festival. Dort wurde dem Chor eine Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme überreicht. Das Motto dieses internationalen Chorfestivals lautete: „Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden. Da spricht Seele zu Seele.“ Im Jahr 1999 wurde dem Chor eine weitere große Ehre zuteil: Beim 2. A-cappella-Chorfestival in Bruck an der Mur erhielt der MGV St. Marein ein „Goldenes Diplom“ – eine Auszeichnung, die die hohe Qualität und Leidenschaft der Sängerinnen und Sänger eindrucksvoll bestätigte.

AB 2000

Im Jahr 2000 feierte der Chor sein
75-jähriges Jubiläum mit einer besonderen Auslandsreise: Mit dem Bezirkslehrerchor ging es nach China – nach Peking und Shanghai. Daraufhin entwickelte sich der Chor musikalisch stark weiter. Jährlich gibt seither zwei große Fixpunkte: ein festliches Sommerkonzert und ein stimmungsvolles Adventkonzert. Zudem findet am „Weißen Sonntag“  eine Gedenkmesse für verstorbene Sängerinnen und Sänger statt. Daneben werden auch kleinere Volksliedkonzerte organisiert. Das Repertoire wurde erweitert: von klassischer geistlicher und weltlicher Chorliteratur über Messen, Kunstlieder & fremdsprachige Werke bis hin zur Pflege des steirischen und österreichischen Volksliedes als wichtigen Schwerpunkt. Besonders prägend waren die internationalen Chorleiter:innen aus der Ukraine, Lettland und Kroatien (Natascha Lukina, Zane Klavina, Marko Skorin). Diese führten den Chor nicht nur zu neuen musikalischen Schwerpunkten, sondern regten auch Reisen in ihre Heimatländer an. 

Zwischen 2002 und 2025 kam es zu mehreren Chorleiterwechseln – jede Persönlichkeit hinterließ ihre eigene künstlerische Handschrift. Für die Sängerinnen und Sänger bedeutete dies ständige Anpassung aber auch wertvolle Weiterentwicklung. Neue Stimmen bereichern seither laufend den Chor, während man sich auch von Mitgliedern – manchmal für immer – verabschieden musste.

 

2009-2019

Ab 2009 setzte der Chor seine aktive Konzert- und Projekttätigkeit fort. Ein geistliches Chorkonzert mit dem Singkreis Kapfenberg unter Leitung von Natascha Lukina bildete den Auftakt. 2011 folgte ein Open-Air-Konzert gemeinsam mit dem Musikverein Heimatklang von St. Marein, ebenfalls unter der Leitung von Natascha Lukina. 

2015 feierte der Chor sein 90-jähriges Bestehen mit einem großen Sommerkonzert unter Marko Skorin und einer Reise nach Kroatien. Ein Jahr später, 2016, führte Chorleiter Jon Svinghammar den Chor zu einem Konzert beim Turmwirt in Mürzhofen, begleitet von einer Chorreise nach Ungarn. 2017 fand ein besonderes Herbstkonzert mit dem Gastchor Kammerchor Val aus Rijeka statt, diesmal unter der Leitung von Zane Klavina. 2018 widmete sich der Chor einem Sommerkonzert unter dem Motto „Riga dimd – Riga singt“, bei dem auch einige lettische Lieder erklangen. Im August unternahm der Chor dazu eine große Reise nach Lettland. 2019 rundete ein Kirchenkonzert gemeinsam mit der Trachtenkapelle Mitterdorf/St. Barbara das musikalische Jahr unter der Leitung von Zane Klavina ab.

2022-2025

Nach einer langen pandemie-bedingten Pause konnte das bereits vorbereitete Mozart-Requiem mit Projektchor, Solisten und Orchester unter der Leitung von Josef Eisler im Oktober 2022 in der Pfarrkirche St. Lorenzen im Mürztal erfolgreich aufgeführt werden. Am 20. April 2024 wurde erneut ein großes Werk mit Projektchor, Solisten und Orchester in der Kirche von St. Lorenzen aufgeführt, ebenfalls unter der Leitung von Josef Eisler: das Stabat Mater von Gioachino Rossini. Nach dem überraschenden Rückzug von Josef Eisler übernahm Prof. Ernst Wedam noch vor der Sommerpause dankenswerterweise die Chorleitung. Ernst Wedam initiierte 2025 schließlich eine Dirigierwerkstatt zur Ausbildung und Weiterbildung angehender Chorleiterinnen und Chorleiter und integrierte den Chor in dieses Projekt. Im April 2025 startete der Chor mit einem erfolgreichen Regionssingen in St. Marein in dieses für den Verein bedeutende Jahr.

Im 100-jährigen Jubiläumsjahr blickt der Chor voller Zuversicht und Freude in seine sängerische Zukunft, bereit für viele weitere Konzerte, Reisen und gemeinschaftliche Erlebnisse.